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Licht und Beleuchtung

Die SLG engagiert sich für eine professionelle und ganzheitliche Wahrnehmung des Lichts und der Beleuchtung.


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Licht trifft ArchitektuR

 

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Eine Tagung von Hochparterre und der Schweizer Licht Gesellschaft

Licht in Bildungsbauten

 

 

 Das Licht wirkt beim Schulhaus Erlenmatt auch nach aussen: Der Lichtplaner Michael Hübscher, Hübscher Gestaltet, und die Architektin Olivia Gerber, Luca Selva Architekten, werden von Moderator Roderick Hönig, Hochparterre, interviewt. Fotos: Elena Wespi

«Normwerte sind der kleinstmögliche Kompromiss»

Was ist gutes Licht in Bildungsbauten? Hochparterre und die Schweizer Licht Gesellschaft (SLG) suchten an einer Tagung Antworten.

Anna Raymann 20.09.2019 11:29

Der Veranstaltungsort war passend gewählt. Rund 70 Architektinnen und Lichtplaner trafen sich zur Tagung «Licht in Bildungsbauten» der neuen Reihe der Schweizer Licht Gesellschaft «Licht trifft Architektur». Tagungsort war das Museum für Gestaltung Zürich, ein denkmalgeschützter Bildungsbau der Moderne von Adolf Steger und Karl Egender. Tageslicht war das Leitthema der neun Referenten. Es wurde zu Beginn allerdings ausgeschlossen, denn leise surrend schlossen es die Rollos vor den Oblichtern des Vortragssaals aus. Angekündigt als «der mit den Teppichgrundrissen» startete Thomas Fischer von Fischer Architekten mit einem klaren Statement: Wenn Schulbau, dann Tageslicht – wenn Tageslicht, dann zenital. Die Seitenfenster-Typologie käme aus der Zeit des Frontalunterrichts, wo der Blick nach vorne zur Tafel gelenkt würde, und dessen Licht immer von links – also schattenlos – auf das Blatt der Rechtshänder fiele, so Fischer. Doch die heutigen, oft frei gestalteten, Lernlandschaften forderten andere, flexiblere Lichtsituationen. Fischer, dessen Grundrisse bis zu 60 Meter tief sind, unterstreicht: «Zenitales Licht verhindert frontales Denken. Licht von oben hat etwas Inspirierendes.»

In Zeiten der Verdichtung könne man allerdings nicht nur Teppiche legen, so David Leuthold von Pool Architekten. Zusammen mit Thomas Mika von Reflexion erörterte er die komplexe Aufgabe, Tageslicht in die 65 Meter hohen Schluchten der Innenhöfe des FHNW Kubus in Muttenz zu lenken. Lichtplaner und Architekt müssten zuerst über Atmosphären und Typologien sprechen, und erst danach feinstoffliche Designfragen klären, so Mika. Dabei ginge es nur untergeordnet um Lux und Normen, vielmehr aber um die Lichtwirkung – auch nach aussen. Auch beim Terrassenbau des Erlenmattschulhauses in Basel betonten die Architektin Olivia Gerber von Luca Selva Architekten und der Lichtplaner Michael Hübscher die Wechselwirkung zwischen Innen- und Aussenräumen. Licht mache eben auch Städtebau, so das Fazit.

Tageslicht im Stadtmassstab war auch eines der vielen Themen die Robert Müller anschnitt. Sorgfältig geplantes Licht könne das liefern, was die Umwelt vielleicht nicht bietet, so der Creative Director Lighting Design bei Bartenbach. Er führte im Schnellzugstempo durch die Lichtwirkung verschiedener Materialien und Oberflächenstrukturen. Ein reflektierender Boden oder die richtige Beschichtung auf dem Fensterglas könnten künstliche Lichtquellen überflüssig machen, so Müller. Jeder Baum werfe je nach Jahreszeit nicht nur Schatten, sondern auch eine andere Lichtfarbe in Innenräume. Bei den vielen Möglichkeiten der Lichtführung und -lenkung sollten Normwerte nur der kleinstmögliche Kompromiss sein. Zuviel Licht könne es in diesem Sinne gar nicht geben, ist der Lichtplaner überzeugt.

Über das Tageslichtpotential und wieso es oft nicht genug genutzt wird, sprachen die Architektin Pascale Guignard von Guignard Saner Architekten und der Lichtplaner Jochem Willemse von Michael Josef Heusi Lichtplanung. Am Neubau des Schulhauses Halden erklärten die beiden eindrücklich, wie in Opfikon Raum- und Lichtkonzept zusammenhängen.

Das letzte Referat öffnete ein neues Kapitel. Als einziges Projekt, das nicht auf der grünen Wiese entstand, präsentierten Alexander Furter von ffbk Architekten und der Lichtplaner Michael Hübscher den Umbau und die Sanierung der Fachmaturitätsschule, ebenfalls in Basel. Am denkmalgeschützten Bau aus den sechziger Jahren mussten sie ursprüngliche architektonische und auch Lichtqualitäten wieder hervorholen, ohne neue Anforderungen und Standards zu vernachlässigen. Man habe für vieles gekämpft, aber jede Diskussion habe sich gelohnt.

Diskussionen, die es wohl in sechziger Jahren, als die Schule in Basel gebaut wurde, nicht gab aber wohl gebraucht hätte. Lichtplanung, soviel machte die Tagung klar, kann nicht solitär gedacht werden. Gutes Tages- und Kunstlicht und damit gute Atmosphären entstehen über das Zusammenspiel aller Beteiligten. Der Austausch beider Disziplinen verdeutlichte, welches Potential die Zusammenarbeit zwischen Architektin und Lichtplaner hat.

 


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